Historie

 

Die Wurzel unserer Firma gehen in das Jahr 1926 zurück. In diesem Jahr legt der Firmengründer Willy Jürgens erfolgreich die Meisterprüfung für das Mechanikerhandwerk ab und einer Geschäftsgründung stand nichts mehr im Wege. So eröffnete er am 27.02.1927, schräg gegenüber dem heutigen Standort, eine Reparaturwerkstatt für Kraftfahrzeuge und Fahrräder unter einfachen Bedingungen.
Die drei Grundsäulen der Firma von 1926 bis 1991 bildeten Firmengründer Willy Jürgens (r), Frau Anna Jürgens und Sohn Wolf-Dieter Jürgens.
Am 11.10.1929 wurde das unbebaute Grundstück in der Neustädter Straße 48, dem heutigen Standort, von Willy Jürgens gekauft, um dort ein modernes Geschäfts- und Wohnhaus zu errichten. Unter schwierigsten finanziellen Rahmenbedingungen entstand dort bis 1932 dieser klassische Neubau im typischen Zeitstil. Die Verkausfläche betrug 35 qm mit zugehöriger 90 qm Werkstatt. Die nebenstehende historische Zeichnung zeigt die Einweihung im Jahr 1933.

Hinweis: Bitte beachten Sie Punkt 6 des Impressum!

In den Jahren bis 1945 entwickelte sich das Geschäft recht gut. Schwerpunkt bildetet der Zweiradhandel, wobei aber auch Kfz Reparaturen in der Werkstatt ausgeführt wurden. Eine Untersuchungs- und Arbeitsgrube war dafür bereits seit 1932 vorhanden. Als weiteres Standbein wurde vor dem Krieg, mit steigender Motorisierung, eine Aral Tankstelle direkt vor dem Haus errichtet und mit Erfolg betrieben.

Hinweis: Bitte beachten Sie Punkt 6 des Impressum!

Stolz der Firma war der Vertrieb von Motorrädern der deutschen Triumph aus Nürnberg. Fahrzeuge dieser Marke wurden von 1932 bis zur Enteignung aller Motorfahrzeuge durch englische und russische Besatzungstruppen im Jahr 1945 erfolgreich vertrieben. Weiter wurden Produkte von BMW, Sachs und Wanderer gehandelt. Durch die Beschlagnahmung aller Fahrzeuge durch die Besatzer war in der sowjetischen Besatzungszone ab 1945 ein Handel mit Motorrädern nicht mehr möglich.
Die Nachkriegsjahre verliefen sehr schwierig. Ein effektiver Zweiradhandel wurde durch fehlende Hersteller so gut wie unmöglich und privater Handel war unerwünscht. Motorfahrzeuge gab es vorerst nicht mehr und wieder entstehende Marken wie MZ, Simson, Mifa, Diamant usw. wurden fast ausschließlich über die staatlichen HO- und Konsumgeschäfte ausgeliefert. Uns blieb der Ersatzteilhandel, die Reparatur und natürlich die Tankstelle. Diese entwickelte sich ausgesprochen positiv, da der Fahrzeugpark von verbrauchsstarken, meist russischen, Fahrzeugen zunahm. Erst durch den Neubau einer staatlichen Minol Tankstelle 1970 wurde unsere manuelle Tankstelle überflüssig und abgebaut. Damit endete in Klötze die Geschichte von privaten Tankstellen zu DDR Zeiten.

Mit der Schließung der Tankstelle war ein wirtschaflicher Betrieb nicht mehr möglich. Alternativen gabs durch Planwirschaft nicht mehr. So wechselte Wolf-Dieter Jürgens in einen staatlichen Reparaturgroßbetrieb, der sich bei uns auf der anderen Straßenseite bildetet. Hier wurden zentralisiert sämliche Kraftfahrzeuge und motorisierte Zweiräder fließbandmäßig repariert. Nach Feierabend ging es dann bei uns mit privaten Reparaturen an Fahrzeugen weiter und Anna Jürgens speichte im Akkord Laufräder ein, die dann an den staatlichen Handel geliefert wurden.

DDR Worterklärungung KIK: Kraftfahrzeug Instandsetzungs Kombinat
Neben der ständigen Reparatur und Neuaufbau von Fahrrädern und Simson Mopeds nach Feierabend bildete sich ab 1966 ein neues Standbein - die private Schneiderei- von Edelgard Jürgens heraus. Der Verkaufsraum wurde dem neuen Einsatzzweck entsprechend umgebaut und der Handel von Zweiradteilen eingestellt. Auf Grund des enormen Bedarfs an individuellen Textilien in der DDR wurde die Schneiderei stets vergrößert und teilweis waren 3 Personen vollzeit beschäftigt. Diese Geschäftsbasis wurde bis zur Wende 1989 eisern durchgehalten.
Die Umstände der gesamten Betriebsführung waren bis 1989 mehr als schwierig und heute nicht mehr vorstellbar. Es gab weder genügend Ersatzteile, vernünftige Werkzeuge noch vernünftige Kurzwaren. Mit viel Fleiß, Improvisationsgeschick und höchstem handwerklichen Können wurden diese Mängel halbwegs kompensiert und der Lebensunterhalt verdient. Die Auftragsnachfragen im Zweirad- wie auch im Textilbereich überstiegen immer die Möglichkeiten der Firma!
Mit der Wende 1989 änderte sich die Geschäftslage widerum dramatisch und kehrte sich um. Die Schneiderei war durch den nun einsetzenden Konsumrausch im "Goldenen Westen" stark rückläufig und der Bedarf an modernen Zweirädern und Ersatzteilen stieg enorm an. Sofort 1990 wurde das Geschäft wieder in den Urzustand zurückgebaut und das Zweiradladengeschäft wieder aufgenommen. Vertrieben wurden nun westdeutsche Markenfahrräder und Simson Mopeds.
1991 entwickelte sich zu einem weiteren Schicksalsjahr der Firma. In der Euphorie der Wende kam der plötzliche Tod von Wolf-Dieter Jürgens. Sohn Frank übernahm spontan die Firma, obwohl er zu dieser Zeit noch ein technisches Hochschulstudium ablegte. Mit dem Diplom- und auch dem Handwerksmeistertitel in der Tasche ging es dann 1992 nicht in die freie Industrie, sondern zurück in den familiären Betrieb. Dieser konnte damit weiter betrieben und vor dem Untergang bewahrt werden.
Das Geschäft entwickelte sich in den folgenden Jahren rasant.Verkaufsfläche und Werkstatt waren nicht mehr zeitgemäß und für das umfangreiche Warenangebot zu klein geworden. So wurde das gesamte Grundstück 1995 umfangreich entkernt und neu aufgebaut. Damit konnten auch wieder Motorräder ins Programm aufgenommen werden. Ab sofort waren wir Vertragshändler für den innovativen Motorradhersteller KTM aus Österreich. Ein Novum in Deutschland dabei ist, dass wir somit KTM Roller, KTM Fahrräder und KTM Motorräder zusammen in einem Geschäft vertreiben!

Neben dem Fahrradverkauf entwickelte sich der KTM Motorradverkauf ab 1995 hervorragend. Immer neue Modelle und Ersatzteile wollten ihren geordneten Platz haben und brachten uns wieder an die Kapazitätsgrenzen. So wurde 2004 der letzte noch nicht umgebaute Platz des alten Hauses für einen neuen KTM Shop markentypisch hergerichtet und steht den Kunden heute modern zur Verfügung. Weitere Umbauten und Erweiterungen sind damit am jetztigen Standort nicht mehr möglich!

Auch im Jahr 2008 ging es weiter Berg auf. Die neuen KTM Modelle mit neuen innovativen Motoren und der beginnende E-Bike Boom steigerten das Kundeninteresse und die Verkäufe. Die Verkaufsräume wurden dafür moderner neu gestaltet.

Wichtigstes Erfolgsrezept unserer kleinen Firma ist ein top Service für die von uns vertriebenen Produktgruppen und eine gute reibungslose Garantieabwicklung. Eine ständige Erweiterung unserer gepflegten Werkstatt ist daher eine Selbstverständlichkeit.

1927-2017

- 90 Jahre Zweirad Jürgens -

Zu unserem großen Jubiläum erweitern wir unser Zweiradgeschäft im Jahr 2017 nochmals um einen neues KTM Motorradgeschäft mit zwei Etagen.

Was die Zukunft bringt wissen wir nicht, aber wir glauben das wir mit unserer bodenständigen Arbeitsweise die Probleme der Zeit in Ihrem Sinne positiv meistern werden!